L'argent (Das Geld)
Filmabend von Attac Berlin im Lichtblick Kino. Die Spreeblüte stellt sich der Diskussion. Dauer: 65 Minuten; Sprache: OmU; Regie: Isaac Isitan
Montag, 09. Mai 2011 um 19:00 Uhr
Der Film zeigt die katastrophalen Auswirkungen der Finanzkrise in der Türkei, Argentinien und den USA die zu Arbeitslosigkeit, Verschuldung und Sozialabbau führte und die Auswege aus der Krise. [mehr]
Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion statt, bei der auch Vertreter des Regio Berlin auf dem Podium sitzen. Thema: Regionalwährungen als Alternativen in Krisenzeiten, ihr Einfluss auf das Wirtschaftswachstum und Unterschiede in den Modellen.
Ort: Kastanienallee 77, 10435 Berlin
Nachlese
Der kleine Kinosaal war gut gefüllt, ca. 40 Gäste hatten Platz in dem Szene-Filmtheater mitten im beliebten Prenzlauer-Berg-Kiez. Der Film aus dem Jahr 2003 reihte sich gut ein in das Attac-Filmfestival „Endlich genug?“ ein, das im Vorfeld des Kongresses „Jenseits des Wachstums?!“ ausgerichtet wird.
Nachdem im ersten und größten Teil der Dokumentation die Probleme Argentiniens und der Türkei mit ihrer Abhängigkeit vom Weltmarkt und den Strukturanpassungsmaßnahmen des IWF erörtert wurden, kamen schließlich alternative Geldprojekte in den Fokus. Die argentinischen „Creditos“ als landesweites System zur Verrechnung von Leistungen dienten v.a. nach dem Zusammenbruch der Volkswirtschaft als Notgeld für alle denkbaren Tauschvorgänge. Aber auch die US-amerikanische Regionalwährung „Ithaca Hours“ konnte in ihrer Funktion als Finanzierungs- und Vernetzungsmöglichkeit für viele Kleinbetriebe und Privatpersonen in einem sonst recht wohlhabenden Land überzeugen.
Die Überleitung zur hiesigen Spreeblüte fiel nicht schwer. In der einstündigen Diskussion konnten viele Fragen zu den Hintergründen der geplanten Regionalwährung und zu ihren technischen Details beantwortet werden. Das Publikum zeigte sich sehr interessiert und einige Fragen offenbarten eine bereits tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema.
So wurde etwa überlegt, wie eine Einbindung von Privatpersonen neben den Unternehmen am besten möglich wäre und wie die tatsächliche Wirkung einer Umlaufsicherung auf liquide Geldbestände zu beurteilen sei. Auch Fragen nach der rechtlichen Situation, in der sich lokale Komplementärwährungen befinden, und nach den Unterschieden von Euro- und Leistungsdeckung wurden besprochen. Mein Fazit: Ein gelungener Abend mit vielen neuen Anregungen.

