Wachstum - Wohin?
Lokale Wirtschaft fördern durch Communities, Genossenschaften und intelligente Zahlungssysteme. Fishbowl-Diskussion mit Niko Paech und Elisabeth Voß
Mittwoch, 04. Mai 2011 um 18:00 Uhr
Diskussionsveranstaltung mit Niko Paech, Elisabeth Voß u.a.
Zusammen mit der Initiative für Nachhaltige Entwicklung diskutieren wir die Frage: Welchen Beitrag leisten Solidarische Ökonomie, Komplementärwährungen und Genossenschaften zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft?
Seit den 1980er Jahren beobachten wir eine wirtschaftliche Entgrenzung: Unter der Doktrin des Neoliberalismus und der Deregulierung hat die Finanzspekulation massiv zugenommen, 98% der globalen Geldflüsse sind heute ohne materiellen Gegenwert. Gleichzeitig wächst mit den Vermögen auch die Verschuldung der öffentlichen und privaten Haushalte immer weiter und die Natur wird rücksichtslos ausgebeutet. Daß das so nicht weiter gehen kann, wurde bereits 1972 im Bericht an den Club of Rome festgestellt: "Grenzenloses Wachstum bei begrenzten Ressourcen ist nicht möglich."
Unsere These lautet: Nachhaltigkeit braucht Nähe! Räumliche und strukturelle Grenzen, z. B. in solidarischen Gemeinschaften, Vereinen oder Genossenschaften, bieten Schutz vor Kapitalabfluss und der Profitgier Dritter. Nähe schafft Identität und Transparenz und ermöglichen persönliche Kontakte, Kooperation und die Wahrnehmung von eigenen Bedürfnissen und persönlicher Verantwortung. Wir wollen der Frage nachgehen, wo die strukturellen Probleme unseres gegenwärtigen Wirtschaftssystems liegen und welche Alternativen es gibt. Mit unseren ReferentInnen diskutieren wir darüber:
Warum muß die Wirtschaft wachsen? Was würde bei Stagnation passieren?
Welche Rolle spielt das Geld im Wirtschaftssystem?
Welche ökonomischen und sozialen Vorteile bringen regional begrenzte
Wirtschaftskreisläufe und Regionalwährungen?
Welche Lösungen bieten Genossenschaften und Solidarische Ökonomie?
Sind Absprachen zwischen Verbrauchern und Erzeugern schon eine Lösung, oder werden zusätzlich Finanzierungsmöglichkeiten benötigt?
Statt einer klassischen Podiumsdiskussion soll die Veranstaltung nach der Methode "Fishbowl" stattfinden. Nach einem kurzen Input durch die ReferentInnen kann sich das Publikum aktiv und selbstgesteuert in eine offene Diskussion einbringen, wobei sich immer vier Diskutierende in der Mitte, im Goldfischglas, befinden und durch andere TeilnehmerInnen ausgetauscht werden können. Dadurch kann jedeR zu Wort kommen und die Diskussion kann auf die Themen fokussiert werden, die den TeilnehmerInnen als besonders wichtig erscheinen.
Elisabeth Voß ist Betriebswirtin und Publizistin, Redaktionsmitglie der Monatszeitung CONTRASTE und Expertin für Solidarische Ökonomie.
Niko Paech ist Professor für Produktion und Umwelt an der Uni Oldenburg mit den Forschungsschwerpunkten Umweltökonomik und Nachhaltigkeitsforschung.
Ort: Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin, Auditorium, Geschwister-Scholl-Str. 1/3, 10117 Berlin
Resümee
Die Veranstaltung im Auditorium des Grimm-Zentrums war gut besucht. In dem modernen und hellen Saal, dessen Bestuhlung zur besseren Kommunikation kreisförmig angeordnet war, fanden gut 100 Gäste Platz. Während der kurzen Statements der Referenten, einer Befragungsrunde durch die Moderation und über die einstündige Fishbowl-Diskussion konnte man das gespannte Interesse der Teilnehmer spüren. Die Leitfrage, wie eine Wirtschaft der Zukunft aussehen könnte, die nicht mehr auf Wachstum basiert, wurde von den Referenten und vom Publikum kontrovers diskutiert.
Wachstum – Wohin?
Laut Niko Paech müssten wir in Deutschland unseren CO2-Ausstoß um 80-90% verringern, um das 2-Grad-Klimaziel zu erreichen. Wenn man es erst nimmt, gebe es nur die Alternativen Globalisierung oder Klimaschutz, denn ein Flug in die USA verbraucht schon 4,3 Tonnen CO2, das Doppelte, was ein Mensch bei weltweiter Gleichverteilung jährlich emittieren dürfte.
Daraus ergibt sich für ihn die nüchterne Einsicht, daß es gibt kein qualitatives oder grünes Wachstum gibt, keine Entkopplung von der Materie, also vom Verbrauch von Ressourcen und Energie und der Erzeugung von CO2 und Müll. Auch die These von mehr Gerechtigkeit durch Wachstum sei widerlegt. Vor diesem Hintergrund sei es begrüßenswert, daß es seit kurzem an der Uni Oldenburg einen Studiengang Postwachstumsökonomik gibt.
Niko Paech führte aus, daß je größer die geldbasierte Fremdversorgung ist, desto tiefer auch der mögliche Fall sein kann. Politische und ökonomische Macht entstehe durch die Abhängigkeit der Vielen von Geldeinkommen und Waren. Die Angst, diese zu verlieren, erzeuge Beherrschbarkeit. Folglich kann eine Lösung nur darin bestehen, das Niveau zu senken und Bereiche der geldlosen Wirtschaft zu stärken. Der Umfang der globalisierten Wirtschaft dagegen müsse halbiert werden.
Die entscheidende Frage aber, auf die an den Unis niemand eine Antwort hat, lautet: Warum muß das Bruttoinlandsprodukt trotzt aller damit verbundenen Probleme jedes Jahr um 1-3% wachsen? Paech macht in diesem Zusammenhang zwei Wachstumstreiber aus: zum einen strukturelle oder Push-Faktoren: Das Fremdversorgungssyndrom, welches auf einer Verzahnung aus geldbasierter, arbeitsteiliger Industrieproduktion und Konsum basiert, erzeugt strukturelle Wachstumszwänge, indem es die mindestens erforderlichen Wachstumsraten vorgibt.
Die Pull-Faktoren hingegen sind kulturell bestimmt: Moderne Konsumgesellschaften sind durch eine permanente und theoretisch unbegrenzte Steigerung individueller Freiheit über eine Konsum- und Mobilitätssteigerung gekennzeichnet. Konsumhandlungen sind Ausdrucksmittel in einem unmoderierten gesellschaftlichen Aushandlungsprozesses. Es herrscht Wettbewerb unter den Konsumenten wie auch unter den Produzenten, z.B. beim Kauf von immer besseren Handys oder größeren Autos.
Elisabeth Voß stellte zunächst einmal fest, daß Wirtschaft eigentlich ganz einfach sei, wenn es nur um die Bedürfnisse der Menschen geht: Herstellung und Verteilung. Nötig ist allerdings die Absprache darüber, was hergestellt werden soll und wie es verteilt werden soll.
Den Hauptantrieb für Wachstum sieht sie in der Entfremdung der Wirtschaft, in Ungleichverteilung, Macht und Gewalt. Die auf Ungleichheit, Konkurrenz und Gewinnerzielung basierende Marktwirtschaft schafft strukturelle Wachstumszwänge durch Zwang zur Rationalisierung, kurzlebige Produkte, Konsum als Ersatzbefriedigung, staatliche Anreize etc. Durch die Monetarisierung und Ökonomisierung von immer mehr Lebensbereichen auf der einen Seite, zunehmende Verarmung auf der anderen, spielt Geld eine immer größere Rolle im Bewußtsein und den Handlungsentscheidungen Einzelner und bestimmt zunehmend die sozialen Beziehungen, z.B. bei der Abwägung von Nützlichkeit bzw. Konkurrenz.
Geklärt werden müßte aber zunächst, was denn konkret wächst? Während Industrieprodukte und Informationstechnologien mit erheblichem Ressourcen- und Energieverbrauch einhergehen, benötigen Care-Tätigkeiten nur wenige materielle Ressourcen. Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion können hingegen sehr unterschiedlich energie- und ressourcenintensiv gestaltet werden.
Aus ihrer Sicht wächst die kapitalistische Wirtschaft exponentiell. Schon eine Reduzierung auf lineares Wachstum würde zu einer erheblich geringeren Steigerung der Energie- und Ressourcenverbräuche führen. Aus Gründen der Gerechtigkeit und Ökologie ergibt sich die Notwendigkeit wirtschaftlicher Schrumpfung im Norden. Aber auch hier nicht als allgemeines Gürtel-enger-Schnallen, sondern gerecht und mit dem Ziel der Angleichung der Lebensverhältnisse.
Die Rolle des Geldes
Nach Voß hat Geld zwei Funktionen. Es ist einerseits als Tauschmittel das Maß, mit dem Produkte und Leistungen am Markt verglichen werden, und das es ermöglicht, den Austausch zeitlich, räumlich und zwischen vielen verschiedenen Marktteilnehmenden stattfinden zu lassen. Andererseits wird das Geld selbst zur Ware, wenn es gegen Zinszahlung verliehen wird, oder wenn Finanzmarktprodukte mit dem einzigen Zweck der (spekulativen) Geldvermehrung "hergestellt" werden.
Paech ergänzt, daß ohne Geld als Zahlungsmittel Fremdversorgung und Arbeitsteilung nicht möglich wären. Auch die Vorfinanzierung der Inputfaktoren einer arbeitsteiligen Produktion wäre ohne Geld in der Funktion von Kapital nicht denkbar. Ein großes Problem aber sei, daß Fremdkapitalzinsen die zur Stabilisierung von Produktionsprozessen mindestens erforderliche Wachstumsrate erhöhen. Durch die extreme Zerlegung der Wertschöpfungsketten und die Beteiligung von vielen Unternehmungen mit Investitionen, Fremdkapital, aber auch Renditen auf Eigenkapital ergibt sich ein Zinsniveau, das auch die Mindestwachstumsrate des BIP vorgibt. Nach Niko Paech hat Geld also einen direkten Einfluß auf das Wachstum. Es ist keineswegs neutral.
Damit steht er im Widerspruch zu Elisabeth Voß, für die Geld keine ursächliche Rolle für das Wachstum spielt, sondern lediglich ein Ausdruck der Machtverhältnisse und der Produktionsweisen ist. Unterschiede in der Verteilung des Reichtums, die aus Macht- und Gewaltverhältnissen herrühren, tendieren dazu, sich zu verschärfen, denn "der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen". Sowohl die Möglichkeiten zur Aneignung des Mehrwerts aus der Arbeit anderer durch das Eigentum an Produktionsmitteln, als auch die direkte Verzinsung des Geldes, sowie der Zusammenhang von Geld und sozialem Kapital (Elitenbildung) lassen die Schere immer weiter aufgehen.
Nach ihrer Ansicht kommt Geld eben erst nach der Produktion, es wird im Nachhinein hergestellt. Allein die Zinsfreiheit in der Zirkulationssphäre würde folglich nichts an der Wirtschaftsweise ändern, denn auch das Eigentum an Produktionsmitteln, Boden und Immobilien bringt Rendite bzw. Verzinsung, und hier entsteht, durch die Einbindung in den Markt, der Wachstumszwang.
Ist eine andere Ökonomie machbar?
Zur Solidarischen Ökonomie zählen laut Voß Unternehmungen in unterschiedlichen Rechtsformen, deren Geschäftstätigkeit nicht vorrangig auf Gewinnerzielung, sondern auf die Förderung ihrer Mitglieder ausgerichtet ist. Die vielfältigen Formen Solidarischer Ökonomie als wirtschaftliche Selbsthilfe dienen der Verbesserung der ökonomischen Situation der Beteiligten. Sie zeigen darüber hinaus, dass anders wirtschaften möglich ist, nicht nur theoretisch, sondern bereits hier und heute. Sowohl kleinere und größere Selbsthilfe-Betriebe und -Projekte, als auch größere Unternehmensverbünde (z.B. Mondragon oder Cecosesola) und transnationale Vereinigungen (z.B. ALBA) können als Keimformen einer anderen Welt verstanden werden, und der neoliberalen Ideologie wirksam eine andere Praxis entgegen setzen.
In einzelnen Fällen wird es ihnen auch gelingen, sich stabil auf einem bestimmten Level zu halten, ohne zu expandieren, insbesondere wenn sie überschaubare lokale Bedarfe decken. Jedoch entstehen Wachstumszwänge, wie oben beschrieben, nicht innerhalb einzelner Unternehmen, sondern aus dem System der gewinn- und konkurrenzbasierten Marktwirtschaft. Daher unterliegt auch eine andere, solidarische Wirtschaft, die nicht primär auf Gewinnerzielung, sondern auf die Befriedigung konkreter menschlicher Bedürfnisse ausgerichtet ist, in dem Maße, in dem sie sich am Markt beteiligt, ebenso dem Zwang, in der Konkurrenz bestehen zu müssen. Selbst genossenschaftliche Unternehmungen, die nur im Mitgliedergeschäft tätig sind (z.B. Wohnungsgenossenschaften oder Community Supported Agricultures) müssen sich im Preis-Leistungs-Vergleich mit Unternehmen am Markt bewähren.
Dieser Sichtweise schließt sich Niko Paech größtenteils an. Seiner Ansicht nach fördern solidarische Systeme die eigene Kreativität und die Erfüllung individueller Bedürfnisse, sie verringern die Distanz zwischen Verbrauch und Produktion und schaffen durch eine Senkung des Fremdversorgungsgrades Resilienz, d.h. Stabilität und Unanfälligkeit. Aber auch aus seiner Sicht können solche Modelle nicht wirklich konkurrenzfähig sein. Sie können, selbst wenn die Wertschöpfungsketten in der Region viel kürzer sind, unmöglich gegen die Vorteile globaler Arbeitsteilung antreten, da Energie immer noch viel zu billig ist und quasi als Kostenfaktor vernachlässigbar.
Daher sollten dort, wo noch Arbeitsteilung und Geld dominieren, die Gewinne möglichst klein gehalten werden und auf der anderen Seite der geldlose Bereich einen möglichst großen Raum einnehmen. Dies ist nicht nur nötig, weil geldlose Transaktionen oder Tauschvorgänge strukturelle Wachstumszwänge mindern, sondern auch möglich, weil Menschen eben nicht immer ihre Einsätze und Ergebnisse mit dem kapitalistischen Markt vergleichen, wie man am Beispiel der CSA (Community Supported Agriculture) oder der Ökobank sehen kann.
Elisabeth Voß ist da radikaler: In einer vollständig nutzenbasierten Ökonomie sollte es überhaupt keine Gewinne geben, alles Wirtschaften sollte ausschließlich auf die Befriedigung von Bedürfnissen ausgerichtet sein. Jedoch gibt sie zu bedenken, daß dies nicht durch das Handeln einzelner Betriebe oder Communities zu erreichen sei. Die unhaltbare Zunahme von Energie- und Ressourcenverbrauch kann nur auf der Ebene des Gesamtsystems gestoppt oder umgekehrt werden. Neben einem deutlich umfangreicheren Sektor Solidarischer Ökonomien sind dafür auch größere solidarwirtschaftliche und politische Strukturen inklusive öffentlicher Unternehmen, landesweiter und internationaler Organisationen erforderlich. Die Wirtschaft muß in die Gesellschaft integriert, der demokratischen Steuerung und Kontrolle unterworfen und weltweit solidarisch umstrukturiert werden.
Regionalwährungen
Für Paech sind lokale Komplementärwährungen Instrumente der Deglobalisierung, die die Vorteile der Spezialisierung der Arbeitsteilung nutzen, sich aber strukturell zwischen globaler Fremdversorgung und reiner lokaler Selbstversorgung (Subsistenz) befinden.
Regionale, kleinräumige Ökonomien ermöglichen eine Kapitalbeschaffung zu geringeren Zinsen, weil Nähe Vertrauen schafft und damit das Risiko senkt, welches andernfalls nur durch entsprechend hohe Risikoprämien abzudecken wäre. Regionales Wirtschaften schafft Identität, mit den Beziehungen, der Umgebung, mit der Form des Wirtschaftens. Wenn man die Produzenten kennt, kann man eine Beziehung aufbauen. Der Blick richtet sich auf das Hier und Jetzt, in dem wir leben.
Regionale Währungen verhelfen laut Paech zur Steigerung der ökonomischen Resilienz und entziehen der sozialen und strukturellen Wachstumslogik den Boden. Die zinslose Umlaufsicherung mindert tendenziell Wachstumszwänge, indem die Qualität des Geldes verändert wird: das Horten und das Geld-zu-Ware-machen wird ausgeschaltet. Zusätzlich wird Wachstum vermindert, da die globale Produktion teilweise ersetzt wird.
Elisabeth Voß gibt zu bedenken, daß durch regionale Tauschmittel, also Versprechen, in der Region einzukaufen, Kaufkraft aus anderen Regionen abgezogen werden könnte. Wenn allerdings eine zusätzliche Wertschöpfung stattfindet, indem zusätzliche Arbeit mobilisiert und mit Regiogeld vergütet wird, kommt es zu erwünschtem lokalem Wachstum. Dann können Komplementärwährungen in der leistungsgedeckten Variante ökonomisch und sozial integrativ wirken, indem sie es Menschen ermöglichen, mit ihrer Arbeit Einkommen zu erzielen.
Im Haifischbecken
Der zweite Teil der Veranstaltung bestand aus einer Diskussion, bevor der Abend mit Gesprächen bei Gebäck und Wein ausklang. Neu war hierbei die Methode Fishbowl, die eine Diskussion in großen Gruppen ermöglicht. Während in der Mitte wie in einem Goldfischglas immer drei Leute sitzen, die miteinander reden, befinden sich die Zuhörer in einem weiten Kreis außen herum. Jeder, der möchte, darf mitreden und setzt sich auf einen Stuhl, wobei ein anderer dafür die Runde verlassen muß. Tatsächliche haben sich einige Gäste getraut, selbst das Wort zu ergreifen und sich kurzzeitig in die Mitte zu setzen. Manchmal war es allerdings nicht ganz einfach, sich aufeinander zu beziehen, da es viele Themenstränge gab und der Vorredner das Goldfischglas eventuell schon wieder verlassen hatte. Es gab sehr gute Beiträge und Fragen, die hier stichpunktartig wiedergegeben werden:
Sind Probleme auf lokaler Ebene lösbar? Oder brauchen wir gleichzeitig Umsteuerung an der oberen Ebene?
Braucht man für die Änderung des Geldsystems den Staat bzw. die EU?
Ist Wachstum an sich schlecht oder in bestimmten Bereichen wie erneuerbare Energien gut?
Demokratisierung ist nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft nötig. Die Früchte aus Geld und Boden sollten in Kollektivhand, aber Produktionsmittel in Privathand sein.
Ist Solidarische Ökonomie so effizient wie kapitalistische Produktion? Oder ist es nicht egal, da der Perspektivwechsel hin zur Solidariät entscheidend ist? Wer definiert eigentlich Effizienz und welche Variablen werden eingerechnet? Effizienz wird auch als Schlagwort für Ökonomisierung, Privatisierung und Entstaatlichung benutzt.
Könnte regionale Wirtschaft nicht auch bereits vorhandene Schrumpfungsprozesse (z.B. von Städten) verträglicher gestalten?
Andere Beispiele für Solidarität sind zinsgünstige Darlehen durch Banken, Nothilfefonds für Unternehmen, große Kooperativen wie Mondragon.
Welches Ziel hat Wirtschaft? Sie ist ja kein Selbstzweck, sondern Bedürfnisbefriedigung, auch gemeinschaftlich, z.B. Ressourcen- und Klimaschutz. Wer definiert diese Ziele und damit die Rahmenbedingungen der Wirtschaft? Die Gemeinschaft oder doch nur jeder Einzelne durch individuelles Handeln?
Statt auf die große Wende zu warten, sollten wir alternative Lebensmodelle einfach aufbauen. Dann merken auch die anderen: Die sind ja glücklich!
Globales Aushandeln ist nicht mehr möglich, da wir schon PeakOil und PeakEverything haben und bereits Getriebene sind. Es geht nur noch um die Verringerung der Fallhöhe. Was brauchen also die Alternativen zum Leben?
Zusammenfassend läßt sich festhalten, daß die Veranstaltung großes Interesse fand und nach Aussage der Teilnehmenden einen Erkenntniszuwachs und neue Anregungen brachte. Die ausgewählten Themen brannten vielen Gästen auf den Nägeln. Sie erfüllten ein Bedürfnis nach zukunftsweisenden Ideen und konkreten Umsetzungsmöglichkeiten. Die rege Beteiligung auch an der Diskussion ermutigt uns, ähnliche Veranstaltungen auch in Zukunft anzubieten.









