Geldsysteme

Geld ist eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Es diente in der Geschichte religiösen, sozialen, aber v.a. ökonomischen Zwecken. Eine arbeitsteilige Wirtschaft ist ohne Geld kaum vorstellbar. Erst durch das Geld werden die verschiedensten Dinge messbar, vergleichbar und handelbar.
In der Geschichte hat das Geld vielfältige Formen angenommen: Muschelgeld und Steinscheiben, Kerbhölzer, Münzen aller Art, Handelswechsel, Banknoten und schließlich elektronische Daten in Computersystemen. Seine Erscheinungsform löste sich im Laufe der Zeit immer mehr von der materiellen Grundlage. Im Grunde ist Geld nichts weiter als die Dokumentation eines Wertes oder eines Anspruchs des Geldbesitzers an die Gesellschaft.
Wichtiger als die äußere Form des Geldes ist aber seine Funktionsweise als Kredit- und Tauschmedium. Die Konstruktion eines Geldsystems hat großen Einfluß auf die jeweilige Wirtschaftsweise. Es ist entscheidend, wie das Geld entsteht, wie es sich verteilt und wie sich seine Eigenschaften auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken.
Geldsysteme sind nicht naturgegeben, sondern wurden und werden vom Menschen gestaltet. Sie haben sich historisch weiterentwickelt und auch unser heutiges Geldsystem ist nicht das Ende der Geschichte. Es gab und gibt neben den herrschenden Strukturen auch immer wieder alternative Modelle der Verrechnung und des Austauschs.
Uns interessieren historische wie aktuelle Ansätze, theoretische Überlegungen und praktische Erfahrungen, Beispiele aus Deutschland und aus anderen Teilen der Welt. Welche Arten der Geldschöpfung gibt es? Was steckt hinter dem Raiffeisenprinzip? Wie funktionieren Tauschringe und Regionalgelder? Was bedeutet social banking? Welche Regeln braucht ein gutes Geldsystem? Der Regio Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme zu analysieren, zu diskutieren und die Ergebnisse für die heutige Zeit nutzbar zu machen.

